Monatliches Archiv:Juli 2022

Hinweise und Tipps rund ums Reisegepäck

Der Sommer 2022 stellt die Luftverkehrsbranche vor große operative Herausforderungen. Das ist auch nach der Rückkehr aus dem Urlaub spürbar, wenn es am Kofferband deutlich länger dauert als man es von früheren Flugreisen kennt. Frankfurt Airport bittet Fluggäste um Verständnis und gibt Tipps rund ums Reisegepäck. „Rechnen Sie bitte Wartezeiten am Gepäckband mit ein, wenn Sie Ihre Heimreise vom Airport organisieren“, rät Thomas Kirner als Leiter Passagierkommunikation der Fraport AG. „Insbesondere in den Abendstunden kann es zu erheblichen Verzögerungen bei der Gepäckausgabe kommen“, erläutert er. „Darauf müssen sich Fluggäste über die Sommermonate einstellen.“

Generelle Tipps fürs Reisegepäck

Grundsätzlich gilt für diesen Reise-Sommer: Je weniger Gepäck, desto besser. Reisende sollten lediglich ein Handgepäckstück mitführen und auch das eingecheckte Gepäck reduzieren. Der aufgegebene Koffer sollte sowohl außen als auch innen mit gut sicht- und lesbarer Eigentums- und Adressangabe versehen sein. „Außerdem empfehlen wir, das Gepäck individuell zu kennzeichnen, damit Sie es selbst schnell erkennen können“, rät Kirner. „Viele reisen mir schwarzem Rollkoffer – das macht die Identifizierung sehr zeitintensiv. Bewährt haben sich individuelle Aufkleber, ein buntes Kofferband, ein mit Gewebeband aufgeklebtes Zeichen, Kofferhussen oder auch ein Stück Geschenkband am Griff“, regt er an.

Wichtig bei der Gepäckaufgabe

Beim eigenverantwortlichen Aufgeben von Reisegepäck (Self Service Baggage Drop) ist sorgfältig darauf zu achten, dass der Baggage Tag in Form eines Klebebands korrekt angebracht wird. Dies ist am Automaten genau beschrieben – die Klebeflächen müssen längs miteinander versiegelt werden, um dem Transport unbeschadet standhalten zu können. „Über Kreuz reicht nicht aus“, macht Kirner deutlich.

Reisende sollten während der angespannten operativen Situation unbedingt auf den Transport verderblicher Waren im Koffer verzichten. „Achten Sie bitte auch darauf, dringend benötigte Gegenstände wie etwa Medikamente oder Dokumente im Handgepäck mitzuführen“, erinnert Kirner. Außerdem empfiehlt es sich derzeit, den Gepäckinhalt bei der Abreise innerhalb einer Familie gemischt zu verteilen. Sollten einzelne Gepäckstücke länger unterwegs sein, ist am Urlaubsort in jedem Koffer für alle Familienmitglieder etwas Passendes enthalten.

Vermisste Gepäckstücke umgehend melden

Bei fehlenden Gepäckstücken oder bei Verlassen des Airports ohne Gepäck müssen Passagiere in jedem Fall eine Verlustmeldung bei der Fluggesellschaft anzeigen. „Dafür gibt es bei jeder Airline ein entsprechendes Formular“, sagt Kirner. „Einige Airlines bieten dies als Online-Prozess an, andere am Schalter in der Gepäckausgabe. Über das weltweite System zur Verfolgung und Lokalisierung von Reisegepäck kann auch noch nach mehreren Tagen nahezu jeder Koffer seinem Besitzer oder seiner Besitzerin zugeordnet werden. Es gibt hierfür die Möglichkeit, eine temporäre Adressangabe zu hinterlegen und eine Heimatadresse anzugeben, damit Ihr Gepäck wieder zu Ihnen zurückfindet“, erklärt er.

Rund um die Uhr geöffnet

Während der Sommermonate haben einige Gastronomen am Airport täglich rund um die Uhr geöffnet. Wenn’s morgens besonders früh in den Urlaub geht oder bei der Rückkehr am Gepäckband länger dauert, versorgen Bistrot, Trib’s und Relay in der Abflughalle B sowie McDonald’s und Scoom in der Airport City Mall in Terminal 1 Reisende auch während der Nachtstunden mit Essen und Getränken. Im Terminal 2 hat McDonald’s von 2:00 bis 22:00 Uhr geöffnet.

Sämtliche Reisehinweise für den Aufenthalt am Airport, zu Destinationen und Gepäckvorschriften liefert der Reiseassistent auf www.frankfurt-airport.com. Die Reisehomepage informiert auch über sämtliche Services und Einrichtungen für Fluggäste am Flughafen Frankfurt.

Lufthansa-Streik: Passagiere vor harter Geduldsprobe

Fliegen kostet Nerven: Wer in diesem Sommer mit dem Flugzeug verreist, muss jede Menge Geduld mitbringen. Derzeit insbesondere auch bei der Lufthansa. Nachdem die Airline in den vergangenen Wochen bereits mehrere tausend Flüge gestrichen hat, ruft die Gewerkschaft Ver.di nun das Bodenpersonal zum Warnstreik auf. Für München und Frankfurt wurden für Mittwoch alle Flüge gestrichen, teilte die Lufthansa mit. Der ADAC erklärt, was Reisende jetzt wissen müssen.

Beginnen soll der Warnstreik am Mittwoch, 27. Juli, um 3:45 Uhr und bis Donnerstag, 28. Juli, um 6 Uhr andauern. Betroffen sind alle großen Flughäfen in Deutschland: Frankfurt, Düsseldorf, Köln, Hamburg, München, Berlin, Bremen, Hannover, Stuttgart und Köln. Zum Bodenpersonal gehören beispielsweise Schalterpersonal, Techniker oder Logistiker, ohne die Flugzeuge nicht abheben können.

Was bedeutet das für betroffene Reisende? Grundsätzlich ist die Airline auch bei einem streikbedingten Ausfall dazu verpflichtet, den Fluggästen eine alternative Beförderung zum Ziel und weitere Betreuungsleistungen anzubieten. Zudem stehen bei einem Streik des eigenen Personals auch Ausgleichszahlungen nach der europäischen Fluggastrechteverordnung im Raum. Allerdings kann ein Streik für die Fluggesellschaft auch einen „außergewöhnlichen Umstand“ darstellen, wonach sie die Ausgleichszahlungen verweigern kann.

Streikt jedoch das eigene Personal, können Reisende Anspruch auf eine Ausgleichszahlung haben, zumindest hat das der EuGH in einem Urteil bei einem Pilotenstreik 2021 entschieden. Für eine erfolgreiche Anspruchsdurchsetzung ist im Einzelfall also entscheidend, ob es sich um Personal der Lufthansa oder Personal von externen Dienstleistern handelt. Ein Anspruch auf Ausgleichszahlung entfällt jedoch, wenn die Fluggesellschaft nachweislich alle ihr zumutbaren Maßnahmen ergriffen hat, um die Nachteile für Passagiere so gering wie möglich zu halten.

Betroffene sollten sich jetzt zunächst an die Lufthansa wenden und nach der Möglichkeit einer Ersatzbeförderung fragen (evtl. auch mit Bus und Bahn). Wer komplett auf die Reise verzichten möchte, kann die Erstattung des Flugpreises verlangen. Ob zusätzlich ein Anspruch auf Ausgleichszahlung besteht, hängt von den oben genannten Kriterien ab.

Schnelle und unkomplizierte Hilfe bei Flugärger bietet der ADAC Entschädigungsrechner. Mit diesem können Flugreisende ihre Rechte mit nur wenigen Klicks und kostenfrei überprüfen und anschließend geltend machen: Das geht entweder selbst über den ADAC Musterbrief, durch Anrufen der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr, die Beauftragung eines Anwalts oder mit Hilfe des ADAC Partners MYFLYRIGHT.