Reiseziel Kolumbien

Europa zeigt ein starkes Interesse an Kolumbien als Urlaubsziel und Hochlandkaffee aus Kolumbien ist zu einem Inbegriff von Kaffee Qualität weltweit geworden.

Europa zeigt ein starkes Interesse an Kolumbien als Urlaubs- und Tagungsziel. Das wurde während der Virtuellen Woche Kolumbiens in Europa deutlich, einem von ProColombia organisierten virtuellen Raum für Wirtschaft und Wissenschaft, in dem vom 19. bis 23. Oktober einige der wichtigsten Akteure der Tourismusbranche aus Kolumbien und Europa anwesend waren. Im Rahmen der virtuellen Veranstaltung wurden insgesamt 465 Geschäftstreffen abgehalten (gegenüber 251 im Vorjahr), an denen zwölf Länder teilnahmen (neun im Jahr 2019), mit 70 Käufern und 54 kolumbianischen Exporteuren, die Geschäftserwartungen in Höhe von 1.855.174 US-Dollar generierten und damit das Ziel von 1.500.000 US-Dollar übertrafen. Im Vorjahr waren Geschäftserwartungen im Wert von 989.999 US-Dollar erreicht worden.

Kolumbien als Reiseziel

Kolumbien

Die Woche begann mit Ansprachen von Julián Guerrero, dem Vizeminister für Tourismus von Kolumbien, Gloria Guevara, CEO des World Travel & Tourism Council, dem Generalsekretär der Weltorganisation für Tourismus, Surab Pololikashvili und der Präsidentin von ProColombia, Flavia Santoro. Santoro hob die Bedeutung der Branche für Kolumbien hervor: „Die kolumbianische Regierung definiert den Tourismus als das neue Erdöl des Landes. Wir bleiben optimistisch für die Zukunft des Sektors. Bei ProColombia arbeiten wir daran, dieses Ziel zu erreichen, indem wir das Land als ein sicheres, zuverlässiges, nachhaltiges und qualitativ hochwertiges Reiseziel fördern. Kolumbien ist eine Erfolgsgeschichte und wir wollen, dass die Europäer sie kennenlernen und genießen. Wir sind bereit, sie wieder willkommen zu heißen.“

Die Debatte über die Zukunft der Tourismusindustrie aus der Sicht eines Reiseveranstalters, an der der CEO von The Travel Corporation, der Nationale Direktor für Großbritannien und Irland bei Air Europa und der Präsident der Latin American Travel Association (LATA) teilnahmen, wurde vom Geschäftsführer von Hills Balfour moderiert und konzentrierte sich auf die Auswirkungen der Pandemie auf die europäischen Verbraucher sowie auf die schrittweise Wiederinbetriebnahme des internationalen Flugverkehrs in Kolumbien. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass das Land bei seiner Strategie zur Reaktivierung des internationalen Tourismus mit der Wiederaufnahme von internationalen Flügen kontinuierlich Fortschritte macht. Die Inbetriebnahme erfolgt in mehreren Phasen, wobei die erste am 21. September mit sieben Ländern und vier Städten mit internationaler Anbindung begann und die zweite im Laufe des Monats Oktober bereits alle internationalen Flughäfen und neue Flüge in Länder, die ihre Grenzen weiter öffnen, in Betracht zieht.

Das Panel zum MICE-Segment umfasste die Teilnahme von Esfera/MPI, Asoeventos und Maritz Global. Es wurde dabei hervorgehoben, dass Kolumbien laut der International Congress and Convention Association (ICCA) zu den Top 30 in der Tagungsbranche gehört, nachdem es in den letzten Jahren wichtige Veranstaltungen wie die Generalversammlung der Weltorganisation für Tourismus, das Weltwirtschaftsforum, One Young World oder den Weltgipfel der Friedensnobelpreisträger ausgerichtet hat. Ebenso wurde die starke Positionierung von Städten wie Bogotá, Cali, Cartagena, Medellin oder Pereira in dieser Branche hervorgehoben.

Im ForwardKeys-Vortrag zu den neuesten Flugbuchungsdaten wurde festgestellt, dass Kolumbien im September 2020 in Ländern wie Spanien, Großbritannien, Frankreich, Italien und Portugal zu den begehrtesten Destinationen Lateinamerikas gehörte. Das Air Connectivity Panel, an dem Vertreter von Lufthansa, Air France-KLM, Turkish Airlines, Avianca, OPAIN (Betreiber des Flughafens El Dorado/Bogotá) und die kolumbianische Luftfahrtbehörde Aerocivil teilnahmen, wurde von Gilberto Salcedo, Vizepräsident für Tourismus von ProColombia, moderiert. In den Interventionen dieses Panels wurden die großen Anstrengungen in der biologischen und gesundheitlichen Sicherheit hervorgehoben, die vom internationalen Flughafen El Dorado in Bogota unternommen werden. Der Flughafen hat sogar ein Labor innerhalb des Flughafens eingerichtet, in dem Antikörper- und PCR-Tests durchgeführt werden. Zudem ist momentan ein Genehmigungsverfahren von PCR-Schnelltests im Gange. Ebenfalls Erwähnung fand die kolumbianischen App Check-Mig, die mittlerweile standardisiert zum Einsatz kommt. Die App verkürzt die Zeiten der Passagierabfertigung, indem Einreisende ihre Reisedaten frühzeitig in die App hochladen.

Die Fluggesellschaften betonten die Bedeutung des Landes als Reiseziel und als Hub für regionale Verbindungen, die guten Aussichten des Marktes, der einen Anstieg von Geschäftsreisen, Tourismus, ethnischen und Kongressreisen verzeichnet hat sowie allgemein das enorme Potenzial Kolumbiens in der Welt und insbesondere in Europa.

Hochwertiger Kaffee aus Kolumbien

Kaffee aus Kolumbien

Aus Kolumbien kommt hochwertiger Kaffee. Kolumbien ist der weltweit größte Produzent von Fairtrade-Kaffee. Hochlandkaffee aus Kolumbien ist zu einem Inbegriff von Qualität weltweit geworden. Ein reiches, rundes Aroma, eine gute Fülle und Spuren von leicht süßlichen Nussaromen, das sind die Eigenschaften, die den hochwertigen, kolumbianischen Arabica-Kaffee auszeichnen. Er gehört zu den wenigen sortenreinen Kaffees, die international verkauft und vermarktet werden. Kaffee aus Kolumbien wird in drei Kategorien eingeteilt, die als Qualitätsmaßstab zu verstehen sind: Supremo, Excelso und Usual Good Quality (USG).

Während der Woche gab es auch die Möglichkeit, Reiseziele wie Medellín, die kulturelle Kaffeelandschaft Kolumbiens, das Departement Atlántico und die Insel San Andrés virtuell zu besuchen oder innovative und nachhaltige Erfolgsgeschichten wie Bier und Whisky auf Quinoa-Basis oder die kulinarischen Erlebnisse in Medellín zu erforschen. Ebenso wie die Untersuchung von Erfolgsfällen durch Cross-Selling, bei denen das Reiseziel über Kaffee und Panela gezeigt wird. Zum Abschluss gab es die großartige Salsa-Show von Delirio.

Von August 2018 bis August 2020 erreichten 34 neue Flugrouten Kolumbien. Dabei ist Europa eine der wichtigsten Säulen. Zwanzig Prozent der Ankünfte im Land kommen aus diesem Markt, der im Februar dieses Jahres über 96 Flugverbindungen und 26.500 Sitze wöchentlich verfügte. Kolumbien ist bereit, Reisende wie immer willkommen zu heißen und ihnen das Gefühl zu geben, zu Hause zu sein, indem es einen nachhaltigen, umweltfreundlichen und unvergesslichen Tourismus fördert.

Bundesregierung will Reisewarnung aufheben

Reisen soll wieder möglich sein: Die Bundesregierung will die im März ausgesprochene Reisewarnung unter anderem für die Mitgliedstaaten der Europäischen Union aufheben.

Reisen innerhalb Europa wieder möglich

Ab dem 15. Juni sollen Reisen innerhalb Europas dann wieder möglich sein – wenn es das Infektionsgeschehen zulässt.

Die Bundesregierung strebt an, ab dem 15. Juni das Reisen in die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, in Schengen-assoziierte Staaten und in das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland wieder zu ermöglichen. Voraussetzung ist, dass es das dortige Infektionsgeschehen erlaubt. Die Reisewarnung für 29 europäische Länder fällt ab 15. Juni weg

„Wir dürfen uns aber nicht in falscher Sicherheit wiegen“, so Außenminister Heiko Maas. Die Corona-Pandemie sei noch längst nicht vorbei. „Wir müssen gemeinsam verhindern, dass eine Wiederaufnahme des Tourismus zu einer zweiten Welle führt, bei uns oder anderswo.“ Es komme auf die Eigenverantwortung jedes Einzelnen an.

Das Auswärtige Amt plant, die am 17. März ausgesprochene weltweite Reisewarnung ab dem 15. Juni für die Mitgliedstaaten der EU, für Schengen-assoziierte Staaten und Großbritannien aufzuheben und für diese Staaten zu länderspezifischen Reisehinweisen zurückzukehren, welche die regionale epidemiologische Lage berücksichtigen.

Noch nicht entschieden hat die Bundesregierung allerdings, wie sie mit den Ländern außerhalb der EU umgehen will, z.B. der Türkei, die als beliebtes Urlaubsland der Deutschen gilt.

Wohin können deutsche Urlauber reisen in der Corona-Zeit?

Wohin können deutsche Urlauber reisen in der Corona-Zeit? Aktuelle Öffnungstermine für Grenzen in Deutschland und Europa.

PiNCAMP, das Campingportal des ADAC, veröffentlicht eine Infografik zur aktuellen Situation der Reisemöglichkeiten für deutsche Urlauber. Urlaubsreisen innerhalb Deutschlands, in die Niederlande, nach Luxemburg und Schweden und unter Auflagen nach Slowenien und Kroatien sind schon jetzt möglich. Ab 3. Juni 2020 heißt dann auch Italien touristische Gäste willkommen und öffnet seine Grenzen zu Österreich und der Schweiz. Urlauber aus Deutschland können dann im Transit Österreich und die Schweiz auf dem Weg nach Italien durchfahren, dürfen bei der Durchfahrt aber weder übernachten noch campen.

Corona: Wohin können deutsche Urlauber reisen?
Wohin können deutsche Urlauber reisen in der Corona-Zeit? Foto: obs/PiNCAMP powered by ADAC.

Rege Reisetätigkeit zu Pfingsten

Uwe Frers, Geschäftsführer der ADAC Camping GmbH, Betreiber von PiNCAMP: „Wir erwarten einen Ansturm auf deutsche Reiseziele von den Küstenregionen an Nord- und Ostsee bis hin zum Bodensee.“ Auch Fahrten an den Gardasee oder an die Küste Istriens sind Anfang Juni wieder möglich. Allerdings, so Frers, gelte bis zum 14. Juni noch die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes und deshalb werde die Pfingst-Reisewelle in Europas Süden deutlich geringer ausfallen als in den Vorjahren.

Weitere Reiseziele im Sommer

Bis Mitte Juni werden weitere europäische Staaten sukzessive die Einreisebestimmungen für deutsche und europäische Urlauber lockern. „Wir rechnen für den Sommer mit einer deutlichen Entspannung an den Grenzen. Ab dem 15. Juni 2020 sind auch Frankreich, Österreich und die Schweiz wieder auf direktem Wege für deutsche Touristen erreichbar.“

Camping und Corona - Situation Campingplätze in Europa
Camping und Corona – Situation Campingplätze in Europa. Foto: obs/PiNCAMP powered by ADAC.

Camping ist der Motor zur Wiederbelebung des Tourismus in Europa

Frers sieht vor allem den Campingtourismus als Motor zur Wiederbelebung des Tourismus in Deutschland und Europa: „Camping ist eine Urlaubsform, die in Zeiten von Corona als besonders sicher gilt. Camper reisen im eigenen Fahrzeug an, sind an der frischen Luft, haben auf dem Campingplatz genügend Abstand zu ihren Nachbarn und verfügen in ihren Wohnmobilen und Caravans über einen eigenen Sanitärbereich. Camper sind also genauso autark und sicher wie zuhause.“ Besonders Camper nutzen deshalb aktuell die Reiseerleichterungen und machen sich auf den Weg. Campingplätze in Deutschland melden volle Belegung für die kommenden Tage.

Campingurlaub nur mit rechtzeitiger Buchung

Uwe Frers rät deshalb allen Campingurlaubern rechtzeitig vor Fahrtantritt einen Campingplatz zu buchen: „Auf PiNCAMP, dem Campingportal des ADAC, sind über 9.000 Campingplätze gelistet und mehr als 800 Plätze in Deutschland und Europa direkt online buchbar. Wer auf gut Glück losfährt, läuft Gefahr, keinen Platz mehr zu finden.“

Informieren Sie sich vor Antritt ihrer Reise über die aktuelle Situation und Corona-Bestimmungen in Ihrem Reiseland, das gilt sowohl für Reisen innerhalb Deutschlands, als auch für Reiseziele im benachbarten Ausland. Aktuelle Informationen zu Camping und Corona finden Sie bei PiNCAMP.

Reiseland Deutschland entdecken

Urlaub zu Hause in Deutschland, Urlaub im eigenen Land: 16 Bundesländer, ein gemeinsames Ziel: das Reiseland Deutschland entdecken.

Urlaub an der Ostsee

Die Corona-Pandemie hat der Tourismusbranche in den vergangenen Wochen viel abverlangt. Doch langsam öffnen sich die Türen von Hotels und Restaurants wieder. Und damit kommt die Möglichkeit für Reisende, ihr Heimatland ganz neu kennenzulernen. Die Marketing-Organisationen aller deutschen Bundesländer kooperieren erstmals, um Lust auf Urlaub im eigenen Land zu machen. „Wir haben uns zusammengetan, um das Reiseland Deutschland gemeinsam vorzustellen“, sagt Andreas Braun, Geschäftsführer der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg und Sprecher der Landesmarketingorganisationen. Dies sei eine Zeit der Solidarität und des Zusammenhalts. „Jetzt kann es nicht darum gehen, dass ein Bundesland mit dem anderen um Gäste konkurriert.“

„Ich kenne kaum ein Land, das auf dieser Fläche so viel Verschiedenes zu bieten hat“, sagt Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern e. V. und Mit-Initiator von Entdecke Deutschland. Riesig sei Deutschland im Vergleich mit vielen anderen Ländern nicht, rund 800 Kilometer seien es von der Nordsee bis zur Zugspitze; etwa 600 Kilometer vom Rheinland bis in die Lausitz. „Aber wir haben die Alpen und wir haben das Meer. Wir haben Vulkane und ein ‚Grünes Band‘, das die Geschichte des Landes auf einzigartige Weise widerspiegelt.“

Entdecke-Deutschland.de ist eine eigens eingerichtete Webseite, auf der die Bundesrepublik mit all ihren spannenden Reiseregionen präsentiert wird. Von den Königsschlössern in Bayern über die stillgelegten Zechen und Kulturdenkmäler im Ruhrgebiet bis hin zu den Inseln im hohen Norden des Landes und den Biosphärenreservaten in der Mitte. Informative Texte gibt es dort und kurzweilige Auflistungen mit den 16 besten Tipps, vor allem aber Fotogalerien, Videos, 360-Grad-Bilder. „Mit der Seite können sich die Nutzer zu ganz besonderen Trips in Deutschland inspirieren lassen und sie planen“, sagt Barbara Radomski, Geschäftsführerin Bayern Tourismus Marketing GmbH und Mit-Initiatorin von Entdecke Deutschland. „Die zahlreichen Artikel auf der Website machen so richtig Lust auf Urlaub in Deutschland. Die Solidarität der Kampagne wird sich auch in der gemeinsamen Bewerbung zeigen, so wird Entdecke Deutschland auch Teil der Social Media-Arbeit der Länder werden.“

Besucher der neuen Internetseite können sich in nur einem Bundesland virtuell umschauen oder die Republik mit Hilfe verschiedener Kategorien entdecken. Unter „Mein Lieblingsort“ etwa werden besondere Städte oder Plätze vorgestellt, die eine ganz eigene Geschichte erzählen. Einheimische und Influencer berichten von ihrer persönlichen Bindung zu dem jeweiligen Ort.

Hinter der Rubrik „Kleine Abenteuer“ verstecken sich Ideen für Kurztrips vor der eigenen Haustür, die mit kleinem Budget in die Wirklichkeit umgesetzt werden können. Diese Abenteuer können so lang oder kurz sein, wie die eigene Kondition mitmacht – zum Beispiel auf den Hunderten Kilometern Radwege, die Niedersachsen durchziehen. Von den Bergen an die See kann man dort fahren oder Moorlandschaften erleben. Das ist selbst für ungeübte Radfahrer kein Problem, denn es gibt Routen, die tatsächlich nicht mehr als drei Meter Höhendifferenz auf Dutzenden Kilometern Strecke überwinden.

Bei den „Perfekten Wochenenden“ ist der Name Programm: Dies ist ein detaillierter Vorschlag für eine Reise in eine Destination, mit zahlreichen Möglichkeiten vor Ort. Die Neiße in Sachsen zum Beispiel ist so ein Ziel – ein Fluss, viele alte Gemäuer, Görlitz, Zittau, Bad Muskau. Der Fluss ist ein Grenzfluss, die Stadt wurde nach ihrer Teilung nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1998 mit der polnischen Schwesterstadt zur Europastadt Görlitz/Zgorzelec erklärt. Sie ist das größte Flächendenkmal Deutschlands – und sie blickt auf eine reiche Geschichte zurück. Zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit dem Auto lässt sich die Region innerhalb von ein paar Tagen ausführlich und nicht nur auf ausgetretenen Pfaden erkunden.

Und wer lieber eine „Ruhige Ecke“ als einen Hotspot bereist, findet in dieser Kategorie ebenfalls jede Menge unentdeckter Orte, die zum Verweilen und Entspannen einladen. Wie gesund zum Beispiel das Waldbaden ist, erfahren die Gäste in Nordrhein-Westfalen oder im bayerischen Heilbad Bad Alexandersbad.

Noch eine ganz besondere Premiere gibt es im Rahmen der Kampagne: Zum ersten Mal kooperieren die 16 Bundesländer und die Deutsche Bahn. Sie wird exklusiver Mobilitätspartner von Entdecke-Deutschland.de. Aktuell werden Gespräche zu einer Vertiefung der Kooperation geführt.

Helgoland in der Coronakrise

Helgoland, der rote Felsen im Meer, ist ein Urlaubermagnet. In der Hochsaison fertigen die gut 1500 Helgoländer bis zu 4000 Tages- und 2000 Übernachtungsgäste ab. Doch aufgrund der Corona-Beschränkungen herrschte zuletzt ungewohnte Ruhe: Bis Ende Mai durften keine Gäste auf die Insel Helgoland kommen. Am Sonntag, 7. Juni 2020, 17.55 Uhr, blickt die „ZDF.reportage“ auf „Robben, Schnaps und keine Gäste – Helgoland in der Krise“. Der Film von Torsten Mehltretter ist ab Freitag, 5. Juni 2020, 10.00 Uhr, in der ZDFmediathek zu sehen.

Helgoland

Die „ZDF.reportage“ zeigt, wie die auf Tagesgäste und Urlauber eingestellten Inselbewohner mit der auferlegten Ruhephase umgingen und wie sich die Schutzmaßnahmen für eine auf Tourismus ausgerichtete Gemeinde auswirken. Dabei war kein einziger Bewohner Helgolands mit Corona infiziert. Doch im Falle eines Falles wäre die Versorgung von Covid-19-Patienten auf der Insel nicht im nötigen Umfang möglich gewesen – die kleine Klinik auf der Insel käme schnell an ihre Grenzen. Deshalb galten Sonderbeschränkungen für Helgoland und viele andere Inseln Deutschlands, wozu auch ein weitreichendes Anreiseverbot gehörte: Weder Tagesgäste noch Langzeiturlauber oder Zweitwohnungsbesitzer durften auf die Insel.

Dass weder die einzigartige Natur noch der zollfreie Einkauf wie gewohnt Gäste auf die Insel locken konnte, wirkte sich auf die Jobs vieler Inselbewohner aus. Sven Köhn zum Beispiel erledigt spätestens ab April üblicherweise drei Jobs parallel: Er bringt mit seinem Börteboot die Tagesgäste von den Ausflugsschiffen an Land, versorgt als Hummerfischer einige Restaurants der Insel mit den Schalentieren und steuert die kleine Fähre, die Nachbarinsel und Hauptinsel verbindet. Heiko Ederleh wiederum ist der Transportprofi auf Helgoland und verteilt mit seinen Mitarbeitern Nahrungsmittel, Post, neue Möbel, die Waren der zahlreichen Duty-Free-Shops oder die Gepäckstücke der Urlauber auf der ganzen Insel. Doch statt der täglichen fünf Schiffe kam lange Zeit nur noch eins – und das auch nur noch zweimal die Woche. Und zu verteilen waren für Heiko Ederleh nur die Waren, die den Eigenverbrauch der Helgoländer abdecken. Gelassen hat Rangerin Ute Pausch die neue Situation erlebt: „Für die Natur ist das eine Atempause.“ Ute Pausch sorgt dafür, dass sich die zwei Robbenarten, die an den Stränden der Insel leben, und die Menschen nicht ins Gehege kommen. Im Frühling 2020 konnten die Kegelrobben ihren Nachwuchs ungestört großziehen – sie waren Profiteure der ungewohnten Ruhe.

Mittlerweile sind die Zugangsbeschränkungen für Helgoland aufgehoben. Doch Kontaktbeschränkungen und Abstandsregelungen führen weiter dazu, dass die Insel nur eine reduzierte Zahl der sonst üblichen Besucher zulassen kann.